Jaja, das böse Google AdWords…

Heute ist es gulli.com zum Verhängnis geworden. Unten rechts wird doch recht prominent ein Werbeverweis auf ein christliches Aktionsbündnis gegeben:

Ich möchte das Bündnis nicht verlinken, zitiere aber an dieser Stelle gerne mal die Eckpunkte:

Konkret sollte die Union folgende politische Projekte beschließen:

  • Deutschland braucht einen Aktionsplan für den Jugendmedienschutz, um der zunehmende Erotisierung und Pornographisierung der Jugend sowie der Gesellschaft Herr zu werden.
  • Die Union muß entschlossen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare verhindern und gegen die familienfeindlichen Projekte aus der Rotgrünen Koalition wie die sog „Homo-Ehe“ vorgehen.
  • Deutschland braucht einen Aktionsplan für das Lebensrecht der Ungeborenen. Die CDU muß sich klar und deutlich dazu bekennen, das Verbot der Abtreibung in Deutschland und die konsequente Durchsetzung des Rechts auf Leben ALLER Menschen anzustreben.

Jawoll – zurück ins Mittelalter. Niedlich ist auch die Forderung, die BRAVO zu verbieten (pff, meinetwegen, mochte sie eh noch nie) und die Aufklärung von Kindern in der Grundschule über Homo- und Bisexualität zu unterbinden. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Forderung, dass jeder Bürger ein 50 vom Hundert seines Lohnes an die Kirche abtreten muss und ein Besuch der Kirche jeden Sonntag als bürgerliche Pflicht festgelegt ist.

Sorry, aber die ganze Aktion “Kinder in Not” zu nennen, ist reinste Blasphemie. Unsere Kinder sind in Not, ja. Aber nicht, weil Sie in der Schule etwas über Bisexualität lernen. Nicht, weil sie von homosexuellen Paaren adoptiert werden. Sondern weil ihre (im übrigen meist heterosexuellen) Eltern nicht genug Kohle haben, um ihren Kindern was zu fressen zu kaufen. Weil Erziehung, ganz nach dem Vorbild aus der Wirtschaft, “outgesourced” wird. Weil es ja doch irgendwie einfacher ist, wenn sich andere darum kümmern. Das ab 2013 ein Krippenplatz für Kinder unter 3 Jahren garantiert ist, macht die Sache dann auch noch viel einfacher. Von Geburt an können sich andere um die Kinder kümmern.

An sich ist  das gar nicht verwerflich. Viele Paare vertrauen ihre Kinder einer Tagesmutter (neudeutsch “Nanny”) an, um Kohle ranzuschaffen, meist sogar recht viel. Aber in den letzten Jahren ist der Anteil der Eltern, die ihre Zeit statt mit Kindererziehung lieber mit “Gäms” und “soschäl nätwörkink”, gefühlt gestiegen. Ach, nicht zu vergessen das Nachmittagsprogramm, was einem ja vorführt, wie das “echte” Leben aussieht.

Dummerweise helfen uns fundamentalistische Ansichten bei diesen Problemen nicht wirklich. Ich denke, gulli würde sich einen Gefallen tun, wenn es diese Werbung unterbinden würde. Es passt irgendwie so gar nicht.

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